Sanlúcar de Barrameda

Urlaub in Andalusien

Sanlucar de Barrameda ist ein natürlich gewachsener Fischerort an der Mündung des Guadalquivier gelegen. Der überaus charmante Ort hat sich unter Insidern schon lange einen guten Ruf als Feriendomizil erworben.

Dennoch, und das wissen Kenner ja gerade zu schätzen, ist Sanlucar de Barrameda nicht so überlaufen, wie man es von Touristenzentren wie Marbella oder Benidorm entlang der Costa del Sol kennt. Das gesellschaftliche Leben im maurisch anmutenden Sanlucar spielt sich vor allem rund um die große, charmante Plaza des Ortes ab, wo eine ganze Reihe von Lokalen, Restaurants, Bodegas und Cafes zum Nachtleben einladen. Neben dem Fischfang hat sich Sanlucar de Barrameda schon lange der Kunst der Sherryherstellung gewidmet, und Interessenten werden rund um die Stadt Gelegenheit haben, die Spezialität der Region, einen aromatischen, naturherben Sherry zu kosten, der in Andalusien “manzanilla” genannt wird. Eine Spezialität, die auch der Andalusien Fan Hemingway sehr zu schätzen wusste, wobei er bedauerte, dass ihn der Zustand seiner Leber daran hindere, diesem köstlichen Getränk so zuzusprechen, wie er gerne gewollt hätte. Manzanilla heißt auch Kamille, wer aber einen “chato” Manzanilla bestellt, braucht nicht zu befürchten, dass ihm Kamillentee serviert wird, und diese Gefahr ist in der Sherrystadt Sancular ohnehin eher gering.

Ebenso gut wie der Sherry, ist der Flamenco, den sich Besucher der Stadt in zahlreichen Cafes und Bars des Ortes vorführen lassen können, ein bekannter Flamenco Gitarrist, Manolo Sanlucar, wurde dort geboren. Sanlucar de Barrameda war Ausgangsort der Reisen von Christoph Columbus und Fernando Magellan, aus der Blütezeit der spanischen Kultur sind vor Ort einige interessante Kulturdenkmäler erhalten. Fast ein Muss ist ein Besuch der Santiago- Burg aus dem 15. Jahrhundert. Im Palast der Infanten, der Thronfolger aus der Dynastie Bourbon- Orleans ist heute Sitz des Stadtrates. Im Palast der Herzöge von Medina Sidonia befindet sich heute das Gemeindearchiv von Sanlucar de Barrameda. Auch das Kloster von Santo Domingo aus dem 16. Jahrhundert lohnt einen Besuch, doch zu den attraktivsten Zielen rund um Sanlucar gehört zweifellos das Guadalquivierdelta, eines der letzten Naturparadiese Europas.

Nicht weit von Sanlucar beginnt der Nationalpark Donana, der eine Fülle der verschiedensten Arten beherbergt. Flamingos, Seidenreiher, Pelikane und eine Vielzahl anderer seltener Vögel fühlen sich dort wohl. Besonders reizvoll ist es, sich einen Führer zu mieten und die Wasserwildnis zu Pferde zu erkunden. Pferdefreunde kommen aber auch bei einem weiteren bekannten Event Sanlucars de Barrameda auf ihre Kosten, dem alljährlichen Pferderennen, das am Strand stattfindet.

Neben dem berühmten Sherry hat die Stadt auch in kulinarischer Hinsicht einiges anzubieten. Fische wie Goldbrassen, Barsche oder eine Barbenart, die auf Spanisch “salmonete” heißt, werden frisch auf den Tischen der Restaurants serviert. Meeresfrüchte sind auch ein wesentlicher Bestandteil der Paella Rezepte, und in manchen Freiluftrestaurants können sich Besucher den Fisch oder das Steak, das sie haben wollen, selbst aussuchen. Bodegas bieten oft “Tapas”, kleine Snacks aus Garnelen, Thunfisch oder Muscheln an. Dazu schmeckt Manzanilla oder auch ein Absinth. Sehr gut ist aber auch das spanische Bier, das schon Hemingway gut schmeckte.