Cádiz

Eine alte andalusische Hafenstadt

Cádiz, die alte andalusische Hafenstadt ist vermutlich eine der ältesten Städte Europas, die wenn man der Sage Glauben schenken kann, von keinem Geringeren, als Herakles gegründet wurde, der noch heute das Wappen der Stadt schmückt. Tatsächlich verdankt Cádiz aber seine Entstehung den Phöniziern, die als geschickte Seefahrer Cádiz als Hafen für Expeditionen bis Britannien zu schätzen wussten, wo in der Antike reiche Zinnvorkommen lagen.

Velleius Paterculus, ein römischer Offizier und Historiker zur Zeit des Tiberius, schrieb, dass Gadir, das war der phönizische Name von Cádiz, etwa 80 Jahre nach dem Trojanischen Krieg gegründet wurde. Moderne archäologische Studien bewiesen, dass Cádiz bereits um 800 v. Chr. besiedelt wurde. Bekannt war die Stadt in der Antike für ein Heiligtum des Baals, das Hannibal angeblich vor seinem legendären Alpenübergang besuchte. Nach der Niederlage im 2. Punischen Krieg wurde Cádiz römisch und erhielt den Namen Gades.

Die Stadt entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Handelszentren Andalusiens, doch die große Zeit von Cádiz sollte erst mit den kolonialen Ambitionen Spaniens beginnen. Cádiz konkurrierte bald schon mit der Metropole Sevilla, und wegen seiner günstigen Lage avancierte die Stadt schon bald zum bedeutendsten Kriegshafen Spaniens und zum Tor in die Neue Welt. Das erkannte auch der britische Freibeuter Sir Francis Drake, der mit einem kühnen Überraschungsangriff “dem spanischen König den Bart sengen” wollte, wie er sagte. Dank seiner günstigen Lage und seiner Handelsbeziehungen in aller Welt entwickelte sich Cádiz zu einer weltoffenen, toleranten Stadt mit einem bürgerlichen Selbstbewusstsein. So war Cádiz das Zentrum des Widerstandes gegen die Truppen Napoleons, und Cádiz wurde als einzige Stadt Spaniens niemals von den französischen Besatzern eingenommen. Die Bürger von Cádiz mochten übrigens die spanischen Könige durchaus nicht und hatten Sympathien für die Ideen der französischen Revolution, doch sie profitierten vom Fernhandel, weshalb sie ihre Stadt nie übergaben. Im Jahre 1810 wurde dort die erste spanische Verfassung ausgearbeitet.

Cádiz - Sehenswürdigkeiten für seine Besucher

Cádiz hat seinen Besuchern eine ganze Reihe bedeutender Kulturdenkmäler zu bieten wie die Kathedrale, die im 18. Jahrhundert im spanischen Kolonialstil errichtet wurde. Weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist der Karneval von Cádiz, der alljährlich im Februar stattfindet.

Das bedeutendste religiöse Fest der Stadt ist die “Semana Santa“, der Osterwoche, die wie auch in vielen anderen spanischen Städten mit malerischen Prozessionen gefeiert wird. Während der Feria von Cádiz finden traditionellerweise auch Stierkämpfe statt, und die Arena von Cádiz hat schon viele berühmte Matadore gesehen. Doch populärer, als die Corrida ist heute der Fußball. Für Fußballbegeisterte ist daher auch der Trofeo Ramon de Carranza ein Hauptereignis jeder Saison, wenn sich 300.000 Gleichgesinnte zu einem Fußballturnier treffen, das traditionellerweise mit einem Grillfest abgeschlossen wird.

Auch als Seebad genießt Cádiz einen guten Ruf und wird gerne von Touristen aus Madrid besucht. Die Playa de Castela befindet sich nahe der Altstadt und ist ein sehr malerischer Strand, der allerdings in der Hauptsaison entsprechend überfüllt ist. Entlang der Neustadt erstreckt sich über 9 km die Playa Santa Maria del Mar. Am Ende dieses Strandabschnitts liegt die Play Cortadura, deren Sandstrand bereits vor Jahren mit dem blauen Band prämiert wurde. Daneben hat Cádiz eine Fülle von bodegas und Cafés zu bieten, die ein viel versprechendes Nachtleben garantieren.