Martinsa Fadesa – größte Firmeninsolvenz in Spanien

Mittwoch, 16. Juli 2008 - In Spanien steht eine der größten Firmen vor der Insolvenz. Mit mehr als 170.000 Wohnungen und Bauland mit einer Größe von knapp 29 Millionen Quadratmeter gab der Immobilienkonzern Martinsa-Fadesa am 14. Juli 2008 bekannt, sie werde Insolvenz beantragen. Der Konzern Martinsa-Fadesa hat eine Verschuldung von 5,4 Milliarden Euro und es scheint keine Möglichkeit zu geben, dieser Pleite zu entkommen.

Die Martinsa-Fadesa Aktien sind am 14. Juli 2008 vom Börsenhandel ausgesetzt worden, nachdem die Aktien um ein Viertel ihres Wertes auf 7,30 Euro verloren haben. Bereits am vergangenden Freitag hatten die Aktien einen Sturz um 34 Prozent.

Spanien erlebte die letzten zehn Jahre einen beispiellosen Immobilienboom. Die niedrigen Zinsen lagen stellenweise unter der Inflation. In die eigenen vier Wände zu investieren, galt als sichere Geldanlage. Die meisten Spanier besitzen Ihr eigenes Heim und viele legten sich zusätzlich noch eine Ferienimmobilie an der Küste an. Auch viele Ausländer erfüllten sich ihren Wunsch einer Traumimmobilie mit Aussicht zum Meer und einem schönen Platz an der Sonne. Die Wohnungspreise haben sich in dieser Phase verdoppelt. In manchen Regionen wurden die Preise für Wohnimmobilien sogar verdreifacht.

Immobilien wurden zu reinen Spekulationsobjekten, was wiederum viele Investoren an lockte. Durch diese große Nachfrage wurden sehr viel mehr Wohnungen gebaut als in Deutschland, Italien und Frankreich zusammen. Als die Preise stanierten und die Zinsen stiegen platzte die Immobilienblase Spaniens. Auch die Finanzmarktkrise der restlichen Welt verschlimmerte den spanischen Immobilienmarkt. Nun wird der Geldhahn der Banken zugedreht – keine großzügigen Kredite mehr für den Wohnungskauf und für Bauprojekte.