Steuerliche Änderungen auf dem spanischen Immobilienmarkt

In der letzten Kabinettsitzung des vergangenen Jahres vom 30.12. hat die spanische Zentralregierung die Maßnahmen zur Ankurbelung des spanischen Immobilienmarktes für 2012 beschlossen. Mehrwertsteuerreduzierung (IVA), Begünstigung für Residente beim Erwerb einer Erstwohnung sowie Erhöhung der Grundsteuer (IBI).

1) Mehrwertsteuerreduzierung

Mehrwertsteuerreduzierungvon 8 % auf 4 % wird bis zum 31.12.2012 verlängert.

Zum Ende des Jahres hatte die ehemalige Zapatero-Regierung im Herbst 2011 beschlossen, die Mehrwertsteuer (IVA) beim Immobilienkauf von neuen Wohnungen und Häuser befristet bis zum 31.12.2011 von 8 % auf 4 % zu reduzieren.
Damit sollte der Immobilienmarkt in Spanien angekurbelt werden. Als Hintergrund wurde angegeben das die Banken und Sparkassen in Spanien einem Bestand von 750.000 neu erbauten Immobilien haben, die sie trotz Preisreduzierungen um bis zu 40 % nicht verkaufen können.

Es handelt sich allerdings überwiegend um Immobilien für den rein spanischen Markt, die für das internationale Publikum nicht von Interesse sind. Unter die Reduzierung fallen aber auch neu erbaute Appartements und Häuser in Ferienanlagen, die auch vom internationalen Publikum nachgefragt werden. Die neue konservative Regierung hat nun beschlossen, diese Vergünstigung bis zum 31.12.2012 fortzuführen.

2) Begünstigung für Residente beim Erwerb einer Erstwohnung

Zur Förderung des Immobilienerwerbes für junge Familien gab es bis Ende 2010 einige Vergünstigungen bei der Einkommensteuer, die aber von der ehemaligen Regierung abgeschafft worden waren. Die neue Regierung hat diese Vergünstigungen ab 2012 wieder in Kraft gesetzt.

3) Erhöhung der Grundsteuer (IBI)

Die Grundsteuer (IBI) wurde im Durchschnitt um 6 % erhöht.
Es sind nur Grundstückseigentümer davon betroffen, bei denen die Katasterwerte oberhalb des Durchschnitts der Vergleichswerte der Gemeinde liegen, somit sollen ca. 50 % der spanischen Eigentümer von Immobilien von dieser Erhöhung betroffen sein.

Bei Immobilien bei denen sich der Katasterwert in den letzten 10 Jahren nicht erhöht wurde beläuft sich die Erhöhung der Grundsteuer auf 10%.